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1. September 20267 Min. Lesezeit

Multi-Timeframe-Bestätigung im Trading-Bot: Der höhere Zeitrahmen als Filter

Eine der häufigsten Erweiterungen an einer bestehenden Strategie ist ein Filter, der den übergeordneten Zeitrahmen berücksichtigt: Einstiege nur dann zulassen, wenn die größere Zeiteinheit in dieselbe Richtung zeigt. Das Prinzip dahinter lässt sich in einem Satz zusammenfassen - der höhere Zeitrahmen bestimmt, was gehandelt wird, der kleinere, wann.

Das Grundprinzip

  • Der höhere Zeitrahmen legt die zulässige Richtung fest, etwa über einen Trendfilter oder eine Strukturbedingung
  • Der kleinere Zeitrahmen liefert den eigentlichen Auslöser für den Einstieg
  • Signale entgegen der übergeordneten Richtung werden gar nicht erst ausgeführt

Typische Zeitrahmen-Kombinationen

  • Swing-orientiert: 4 Stunden für die Richtung, 1 Stunde für das Setup, 15 Minuten für den Einstieg
  • Daytrading: 1 Stunde für die Richtung, 15 Minuten für das Setup, 5 Minuten für den Einstieg
  • Kurzfristig: 15 Minuten für die Richtung, 5 Minuten für das Setup, 1 Minute für den Einstieg

Der technische Fallstrick: laufende oder abgeschlossene Kerze?

Der wichtigste Punkt bei der Umsetzung wird beim ersten Entwurf fast immer übersehen: Liest der Bot die aktuell noch laufende Kerze des höheren Zeitrahmens oder erst die abgeschlossene? Wird die laufende Kerze ausgewertet, kann der Filterzustand innerhalb desselben Signalfensters mehrfach hin- und herspringen - mit der Folge, dass identische Situationen mal einen Einstieg zulassen und mal nicht. Für nachvollziehbare, reproduzierbare Ergebnisse muss diese Entscheidung bewusst getroffen und im Regelwerk eindeutig festgehalten werden.

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Was der Filter kostet

Ein Zeitrahmen-Filter entfernt nicht nur Verlusttrades, sondern zwangsläufig auch einen Teil der Gewinntrades - er reduziert schlicht die Anzahl zugelassener Signale. Ob sich das lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten und schon gar nicht vorab behaupten: Es hängt vom konkreten Regelwerk ab und muss im Test mit und ohne Filter verglichen werden, statt als selbstverständliche Verbesserung angenommen zu werden.

Die grundsätzlichen Grenzen automatisierter Strategien stehen ausführlicher in unserem Risiko- und Haftungshinweis.

Häufige Fragen

Wie viele Zeitrahmen sind sinnvoll?

In der Praxis sind zwei bis drei üblich - einer für die Richtung, optional einer für das Setup und einer für den Einstieg. Mehr Ebenen erhöhen vor allem die Zahl der Bedingungen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen, und damit die Seltenheit der Signale.

Soll der Filter die laufende oder die abgeschlossene Kerze des höheren Zeitrahmens auswerten?

Beides ist umsetzbar, aber es muss bewusst festgelegt werden. Die abgeschlossene Kerze liefert stabile, reproduzierbare Ergebnisse, reagiert dafür später. Die laufende Kerze reagiert früher, kann ihren Zustand aber innerhalb desselben Signalfensters noch ändern.

Kann ein bestehender Bot nachträglich um einen Multi-Timeframe-Filter erweitert werden?

In der Regel ja - das gehört zu den häufigsten nachträglichen Erweiterungen, sofern die Filterbedingung klar formuliert ist.

Verbessert ein höherer Zeitrahmen als Filter automatisch das Ergebnis?

Nein. Er entfernt Signale gegen die übergeordnete Richtung, entfernt damit aber auch Gewinntrades. Ob das Verhältnis in Summe besser wird, muss für das konkrete Regelwerk getestet werden.

Ein Zeitrahmen-Filter ist technisch schnell beschrieben und in der Umsetzung trotzdem detailanfällig - vor allem an der Frage, welcher Zustand des höheren Zeitrahmens im Moment der Signalprüfung überhaupt gilt. Genau diese Details entscheiden darüber, ob eine Strategie später nachvollziehbar arbeitet.

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