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18. September 20267 Min. Lesezeit

Cumulative Delta (CVD) als individueller ATAS-Indikator: Alles hängt am Reset

Cumulative Delta, oft als CVD abgekürzt, bildet die laufende Summe aus aggressivem Kaufen und aggressivem Verkaufen ab - also Volumen, das in den Ask hinein ausgeführt wurde, abzüglich Volumen, das in den Bid hinein ausgeführt wurde. Nicht zu verwechseln mit der Delta-Divergenz auf Kerzenebene, über die wir separat geschrieben haben: Dort geht es um das Delta einer einzelnen Kerze, hier um eine durchlaufende Linie über viele Kerzen hinweg.

Was CVD misst

Jede ausgeführte Order hat eine aggressive Seite: Wer sofort ausgeführt werden will, nimmt den Preis der Gegenseite. CVD zählt diese Aggression fortlaufend zusammen. Steigt die Linie, überwiegt aggressives Kaufen; fällt sie, überwiegt aggressives Verkaufen. Der Wert selbst ist dabei weniger interessant als sein Verlauf im Verhältnis zum Preis.

Die zentrale Designfrage: Wann wird zurückgesetzt?

Genau hier entscheidet sich, wie der Indikator aussieht und was er überhaupt aussagt. CVD kann durchlaufen oder zu einem festen Zeitpunkt wieder bei null beginnen - und beides führt zu völlig unterschiedlichen Linien auf denselben Daten.

  • Reset pro Handelstag oder Session: Die Summe bildet ausschließlich den Druck der aktuellen Session ab, ohne Übertrag aus den Vortagen. Absolute Werte werden dadurch von Tag zu Tag vergleichbar - naheliegend für den Intraday-Einsatz
  • Durchlaufend ohne Reset: Die Linie trägt den gesamten bisherigen Verlauf mit sich. Sinnvoller, wenn übergeordnete Verschiebungen über mehrere Tage hinweg interessieren
  • Und die Anschlussfrage, die fast immer übersehen wird: Was genau gilt als Session? Nur die reguläre Handelszeit oder auch der nachbörsliche Handel? Diese Definition verschiebt den Nullpunkt und damit die gesamte Linie

CVD-Divergenz

Die am häufigsten genutzte Ableitung: Der Preis markiert ein neues Hoch oder Tief, die CVD-Linie zieht aber nicht mit. Gelesen wird das als Bewegung, die nicht von aggressivem Kapital getragen wird. Ob daraus ein Signal wird, hängt davon ab, wie eng die Kriterien gefasst sind - über wie viele Kerzen verglichen wird, wie deutlich die Abweichung ausfallen muss und ob nur Extremwerte oder auch lokale Schwankungen zählen.

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Was sich in einer individuellen Umsetzung festlegen lässt

  • Reset-Zeitpunkt frei konfigurierbar statt fest verdrahtet - inklusive eigener Session-Definition statt Plattform-Standard
  • Optionale Referenzlinien, etwa der CVD-Wert zum Sessionstart oder Extremwerte der laufenden Session
  • Divergenz-Erkennung nach eigener Definition, mit Mindestabweichung gegen Rauschen in ruhigen Phasen
  • Kombination mit Kontext, zum Beispiel nur Divergenzen an einem Volume-Profile-Level oder innerhalb bestimmter Handelszeiten
  • Telegram-Alarm bei erkannter Divergenz statt dauerhafter Beobachtung

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Delta und Cumulative Delta?

Das Delta bezieht sich auf eine einzelne Kerze oder ein einzelnes Preisniveau. Cumulative Delta summiert diese Werte fortlaufend auf und ergibt daraus eine durchgehende Linie über viele Kerzen hinweg.

Sollte CVD pro Session zurückgesetzt werden oder durchlaufen?

Das hängt vom Einsatz ab. Ein Reset pro Session isoliert den Druck des aktuellen Handelstags und macht Werte über Tage hinweg vergleichbar, was für Intraday-Ansätze naheliegt. Eine durchlaufende Linie eignet sich eher, wenn Verschiebungen über mehrere Tage betrachtet werden sollen.

Ist eine CVD-Divergenz ein Einstiegssignal?

Sie ist ein Hinweis darauf, dass eine Preisbewegung nicht von aggressivem Kapital getragen wird - kein fertiges Signal. In der Praxis wird sie üblicherweise mit weiterer Bestätigung kombiniert.

Kann ein bestehender CVD-Indikator um eine eigene Reset-Logik erweitert werden?

Wenn die Quelle zugänglich ist, in der Regel ja. Andernfalls ist eine Neuimplementierung nach der eigenen Definition meist der sauberere Weg als der Versuch, fremdes Verhalten zu überschreiben.

CVD ist als Konzept schnell erklärt und in der Umsetzung trotzdem entscheidungsintensiv. Wer eine eigene Variante bauen lässt, sollte vor allem den Reset-Punkt bewusst wählen - er bestimmt, worauf die Linie überhaupt antwortet.

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